Feuilleton campanaire

19/12/2015

Mühleberg (BE), ref. Kirche



Das vierstimmige e´-Geläut der ref. Kirche Mühleberg, 1947 durch Rüetschi gegossen und durchgehend an gekröpften Jochen läutend, wurde 2015 im Zusammenhang mit der Restaurierung des Turmhelms saniert. Das gesamte Geläut wurde durch die Rüetschi AG mit präzise berechneten Fallklöppeln ausgestattet. Bei den beiden kleineren Glocken war eine nachträgliche Anpassung nötig, bei den beiden grossen Glocken wurde das erhoffte Ziel besonders gut erreicht wenn nicht übertroffen.

Matthias Walter, beratender Glockenexperte

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Der neue Zustand klingt volltönend und weich, die Klangentfaltung ist völlig natürlich im Gegensatz zum Vorzustand mit Gegengewichtsklöppeln. Vorher war es obertönig, flach, aber voll allem vom Rhythmus her extrem künstlich und gestelzt. Jetzt glaubt man eher an ein Geläut an geraden Holzjochen hinter geschlossenen Schallfenstern!

Jan Hendrik Stens (D-Köln), Deutsches Glockenmuseum

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Es klingen alle vier Glocken sehr viel besser, die beiden grossen um Meilen! Perfekte Klangerregung und Dynamik, ein Hörgenuss! Das sind ja wirklich schöne Glocken (geworden), was vorher zumindest gut kaschiert war.

Dr. Hans-Peter Schifferle, Germanist und Phonetiker, Zürich

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La première chose qui frappe, c'est le contraste avant-après. Actuellement, le son des cloches est infiniment plus moelleux, plus chaleureux, moins métallique. Il me semble que pour les petites, le rythme de la frappe est presque un peu trop mécanique, trop régulier, pas assez vivant, alors que pour les 2 plus grandes, ça va nettement mieux. Le plus important : la configuration rétrograde convient bien mieux à la sonnerie, il n'y a pas photo.

Claude-Michaël Mevs, Fribourg

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Der Unterschied nachher - vorher ist eklatant. Hätte man mir nicht verraten, dass die Glocken verkröpft aufgehängt sind, hätte ich es (wie schon bei der grossen Glocke von St. Marien in Solothurn) wieder nicht gehört. Das ist schon eine enorme Verbesserung. Obwohl die beiden kleinen Glocken akustikbedingt etwas hervorstechen, würde da gar nicht mehr viel dran machen. Daran sieht man aber auch, daß wir in Deutschland mittlerweile schon zufrieden sind, wenn etwas wirklich verbessert, nicht aber verschlimmbessert wird, was ja in 60% der Fälle der Fall ist.

Sebastian Schritt, Glockensachverständiger, D-Trier

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